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Version 5.0 vom 19.9.2005

Sodbrennen , Zwerchfellbruch , Gastroösophageale Refluxerkrankung , Sodbrennen , Nichtkardialer Brustschmerz , Paraösophageale Hernie , Laparoskopie , Minimal invasive Chirurgie , Schlüssellochchirurgie , Thoraxmagen , Upside-down-Stomach , Chirurgie , Klinik , GERD

 

Fast-Track-Chirurgie:

"Weniger ist mehr"

 

Das Grundprinzip von Fast-Track-Chirurgie:

Der Entwickler der Fast-Track-Chirurgie, der dänische Arzt Henrik Kehlet, entwickelte seine Methode an Patienten, bei denen Teile des Darms entfernt werden mußte.

Traditionelle Vorgehensweisen der vor- und nachoperativen Behandlungs-Phase wurden verlassen. Die Patienten durften bis kurz vor der Operation Flüssigkeit zu sich nehmen und wurden auch in der nachoperativen Phase so schnell wie möglich wieder "oralisiert". Neben dieser schnellen Rückkehr zur normalen Tätigkeit des Magen-Darm-Traktes, setzt die Fast-Track-Chirurgie ganz gezielt auf eine intensivierte Schmerztherapie.


Das Ziele:

1) Komplikationen vermindern

Henrik Kehlets Ziel war es, dass sich seine Patienten nach einer Operation rasch wieder besser fühlen. Und: Er wollte allgemeine Komplikationen vermeiden. Das sind Komplikationen, die nach einem Eingriff nicht an der Operationsstelle beziehungsweise -naht (lokale Komplikation) auftreten, sondern an anderen Orten im Körper (etwa an Lunge oder Herz). Gerade bei älteren Patienten, insbesondere wenn Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen, ist das Risiko von allgemeinen Komplikationen erhöht.

Bis zu einem Drittel aller Patienten mit einem Dickdarm-Eingriff haben allgemeine Komplikationen. Fast-Track wurde erfunden, um diese Rate zu senken", so Prof. Wolfgang Schwenk von der Charité in Berlin.

Die Fast-Track-Rehabilitation hat keinen Einfluß auf die lokale Komplikationsrate, die bei Dickdarmeingriffen immer vorhanden ist. Diese Komplikationen wie Wundheilungsstörungen und Nahtbrüche der Darmnaht treten mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 % auf.

 

2) Patientenkomfort verbessern:

Eine moderne Schmerztherapie unter Einsatz von systemischen Schmerzmitteln (als Tropfen/Tabletten oder Infusionen) in Kombination mit gezielt eingesetzten Schmerzkathetern kann die nachoperativen Schmerzen deutlich reduzieren. Dies ist wichtig, da man heute weiß: Die Operation und die dadurch entstehenden Schmerzen lösen eine Streßreaktion im Körper aus, die den Stoffwechsel - und damit die Heilung - negativ beeinflussen.

Um diese Streßreaktion des Körpers zu minimieren, werden einerseits minimalinvasive Verfahren verwendet, um eine möglichst geringe Gewebezerstörung zu verursachen. Auf der anderen Seite muß neben dem reduzierten Gewebetraumatisierung auch der Faktor Schmerz reduziert werden. Dies gelingt u.a. durch den Einsatz von Rückenmarkskathetern, die neben der Schmerzreduzierung auch noch positive Effekte auf die Darmtätigkeit hat.


"Weniger ist mehr"

Es gab Zeiten in der Chirurgie und Intensivmedzin, in der die Patienten nach einer OP nüchtern bleiben mußten und durch Infusionen ernährt wurden. Traditionell wurden beispielsweise bei Dickdarmeingriffen 6-8 Liter während der Operation und eine nicht unbeträchtliche Flüssigkeitsmenge nach der Operation verabreicht. Diese immensen Flüssigkeitsmengen führten dazu, dass der Körper die Flüssigkeitsmengen nicht mehr über die Niere ausschieden, sondern im Gewebe ablagerten und das Risiko für allgemeine Komplikationen erhöhte.

Die Fast-Track-Chirurgie reduziert die während der OP gegebene Menge an Flüßigkeit auf 2,5 Liter. In der nachoperativen Phase kann der Patient seinen Flüssigkeitshaushalt selber durch die schnelle Rückkehr zur Nahrungsaufnahme regulieren.


Bei kleinen Eingriffen erhöht die Fast-Track-Rehabilitation eher den Komfort, bei großen vermeidet man Komplikationen und bei ganz großen - so die Hoffnung - lässt sich die Sterblichkeit reduzieren


 

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Verfasser: Dr.H.G.Schulz, Chefarzt der Abt. für Allg.-/Visceralchirurgie, EvK Castrop-Rauxel