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Version 5.0 vom 19.9.2005

 

 

Konservative Therapie der Refluxerkrankung:

Allgemeine Maßnahmen:

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keine späten Mahlzeiten (letzte Mahlzeit 18.00 Uhr)

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diätetische Maßnahmen: Wenig fettige Speisen, Verzicht auf Weißwein/Sekt, Nikotinabstinenz, etc. ...

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Reduzierung einer bestehenden Übergewichtigkeit

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Erhöhung des Bettendes/des ganzen Bettes zur Oberkörperhochlagerung

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Kritische Überprüfung der bestehender Begleitmedikation (Bluthochdruckmedikamente (?), Schlaftabletten (?), Theophyllin (?) etc...)

 

Medikamentöse Therapie

Einleitung

Das Ziel der medikamentösen Therapie ist die Reduzierung der aggressiven Magensaftkomponenten, die als Refluat immer wieder Kontakt mit der Speiseröhrenschleimhaut bekommen und dort zu Entzündungen führen. Da die Magensäure eines der wichtigsten aggressiven Komponenten des Magensaftes darstellt, greifen nahezu alle Medikamente in diesem Bereich ein.

Grundsätzlich kann man zwei verschiedene Gruppen von Medikamenten unterscheiden:

1) Säurebindende Medikamente: Sie neutralisieren die bereits gebildete Säure (Antacida)

2) Medikamente, die die Bildung der Säure des Magens reduzieren/verhindern. In dieser Gruppe gibt es verschiedene Substanzgruppen (Anticholinergika, Antihistaminika und Protonenpumpeninhibitoren)

Beeinflußung der Säureproduktion

Antacida

 

Antacida sind die am längsten bekannten Präparate zur Behandlung der Refluxerkrankung. Das älteste Präparat ist das Natron.

Die Pufferwirkung der Substanz besteht darin, das es die Säure neutralisiert.Natron hat jedoch nur eine kurzfristige Pufferwirkung, so daß den neueren Präparaten weitere chemische Puffersubstanzen hinzugefügt wurden, die die Wirkdauer erhöhen.

Zwei typische chemische Substanzen sind das Aluminiumhydoxid und das Magnesiumhydroxid, wobei sich Schichtgittersubstanzen empfehlen, die zu einer verzögerten Freisetzung des Aluminiums und somit zu einer längeren Wirkdauer führen.

Die Antacida sind für den Einsatz bei kurz andauernden Beschwerden geeignet, die sporadisch auftreten. Als Dauertherapie bei einer echten chronischen Refuxerkrankung, bei der täglich Symptome auftreten und/oder aber eine chronische Entzündung der Speiseröhre vorliegt, sind diese Präparate eher ungeeignet.

Anticholinergica

Diese Präparate greifen zwar in den Säurestoffwechsel der Zelle ein, werden aber aufgrund der geringeren Wirksamkeit bei vergleichsweise hohen Nebenwirkungsrate nicht mehr zur Therapie der Refluxerkrankung eingesetzt

H2-Blocker (Antihistaminika)

Antihistaminika waren vor Einführung der Protonenpumpenhemmer die Standard-Medikamentengruppe zur Therapie der Refluxerkrankung. Diese Präparate greifen durch Blockierung des Histaminrezeptors in den Zellstoffwechsel der säureproduzierenden Magenzelle ein und reduzieren so die Produktion der Säure (die Mediatorsubstanz Histamin fördert die Säureproduktion). Durch diese Präparate kann die Säureproduktion deutlich gesenkt, aber nicht vollständig verhindert werden. In mittlerer Dosierung beträgt die Säuresuppression ca 50%. Die Präparate dieser Substanzgruppe besitzen eine gute Wirksamkeit und Effektivität bei leichten Formen der Refluxerkrankung, sind aber im Vergleich mit der Substanzgruppe der Protonenpumpenhemmern weniger wirkungsvoll in der Unterdrückung der Säureproduktion. Da >60% der täglichen gebildeten Säuremenge nachts produziert werden, werden diese Präparate sinnvollerweise am Abend eingenommen.

Protonenpumpeninhibitoren (PPI)

Die Substanzgruppe der Protonenpumpeninhibitoren (PPI) gilt heute als das Medikament der Wahl bei Vorliegen einer chronischen Refluxerkrankung. Diese Präparate greifen direkt dort an, wo die Säure produziert wird, an der Säurepumpe (Protonenpumpe). Die Blockierung ist so effektiv, daß es in mittlerer Dosierung zu einer nahezu 100%igen Suppression der Säurebildung kommt.

Medikamente im Vergleich (Heilungsraten der verschiedenen Substanzgruppen)

Vergleich Symptombesserung/Heilungsraten Operation versus Medikamente

 

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Verfasser: Dr.H.G.Schulz, Chefarzt der Abt. für Allg.-/Visceralchirurgie, EvK Castrop-Rauxel