Spezialfall: Vigorous Achalasie

 

Die sogenannte Vigorous Achalasie (Hypermotile A.) ist die seltenere Erkrankungsform der Achalasie. Sie zeigt wie die klassische Achalasie eine simultane Peristaltik (Pumpbewegung) im Ösophagus (Speiseröhre) allerdings mit normaler Druckamplitude (Vgl.: Manometriebefunde).

Für die Therapieplanung ist im Falle der Vig. Achalasie von Bedeutung, daß die Symptome wie Schluckstörungen,Brustschmerz, u.a. ursächlich in einem Teil der Fälle nicht nur auf den Unteren Ösophagussphinkter (Mageneingangspförtner) alleine zurückzuführen sind. In einigen Fällen können die Symptome auch durch die pathologische Peristaltik (krankhafte Pumpbewegung) des Ösophagus überhalb des Sphinkters mit verursacht sein. In solchen Fällen reicht es dann nicht aus, den unteren Ösophagussphinkter zu myotomieren, die Muskulatur des Ösophagus (Speiseröhre) muß dann über eine längere Strecke nach oben gespalten werden ("Lange Myotomie").

Da die lange Myotomie aber mit einem erheblich höheren operativen Aufwand (...und damit einem höheren OP-Risiko) für den Patienten verbunden ist, muß vor der OP abgeklärt werden, ob die pathologische Schließmuskelfunktion alleine für die Symptome verantwortlich ist oder nicht.

. . . diagnostische Procedere:

Aus diesem Grunde werden die Patienten 1-2 Wochen vor der geplanten OP einmal im Schließmuskelbereich mit dem Ballon bougiert (NICHT DILATIERT !). Nach der Bougierung wartet man die Entwicklung der Symptome ab: Verschwinden die Schluckstörungen, reicht es aus, eine Myotomie in normaler Länge durchzuführen. Ist die Dysphagie zwar besser aber nicht vollständig beseitigt, sollte eine Lange Myotomie im Bereich des Ösophagus (Speiseröhre) erfolgen.